SpiFa: ABDA-Forderungen zur Primärversorgung sind gefährliche Kompetenzüberschreitung

Berlin, 05. Juni 2026 – Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) übt scharfe Kritik an Forderungen der Apothekerschaft, in einem Primärversorgungssystem originär ärztliche Aufgaben zu übernehmen. Der SpiFa sieht darin eine kurzsichtige und für Patientinnen und Patienten gefährdende offene Kompetenzüberschreitung, deren Forderung allein schon das Verständnis für medizinische Fragestellungen auf Seiten der Apothekerschaft vermissen lässt.

In einem kürzlich veröffentlichten Positionspapier aus dem Juni 2026 fordert die ABDA eine Einbeziehung von Apotheken in ein künftiges Primärversorgungssystem. Unter anderem soll es eine definierte Ausweitung von Selbstbehandlungsmöglichkeiten mit apothekerlicher Unterstützung bei bestimmten Indikationen ohne vorherige ärztliche Abklärung geben.

Für den SpiFa steht fest: Apothekerinnen und Apotheker spielen eine zentrale Rolle für das Gesundheitssystem. In der Arzneimittelversorgung sind sie nicht wegzudenken. Pharmazeutische Kompetenzen sind allerdings in keiner Weise mit ärztlichen Kompetenzen vergleichbar.

Dazu betont der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. med. Dirk Heinrich: „Wir Fachärztinnen und Fachärzte arbeiten gut und vertrauensvoll mit den Apothekerinnen und Apothekern zusammen. Medizinisch wirksame Therapien setzen jedoch Diagnosen voraus. Belastbare Diagnosen können ausschließlich Ärztinnen und Ärzte stellen.“

Schon allein die Aufzählung möglicher Krankheitsbilder, zu denen Apothekerinnen und Apotheker künftig Therapien übernehmen wollen, zeigt aus Sicht des SpiFa ein klar fehlendes Verständnis für medizinische Fragestellungen.

„Eine Konjunktivitis oder eine Sinusitis sind Diagnosen, hinter denen sich verschiedene Ursachen verbergen. Nur wer diese Ursachen kennt und feststellen kann, kann dann auch zielgerichtet behandeln. Alles andere ist reines Herumdoktoren an Symptomen“, so Dr. Heinrich weiter.

Medizinische Diagnostik und Therapie gehören allein in ärztliche Hand. Der SpiFa fordert die ABDA daher auf, Abstand von derartigen Gedankenspielen zu nehmen und sich auf die pharmazeutischen Kernkompetenzen zu konzentrieren. Alles andere würde die Sicherheit der Patientinnen und Patienten an dieser Stelle gefährden.

Die Pressemeldung als PDF

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Über den Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa)

Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) ist die Stimme der in Deutschland tätigen Fachärztinnen und Fachärzte. Als Dachverband der fachärztlichen Berufsverbände übt er die gemeinsame Interessenvertretung für die Anliegen der Fachärztinnen und Fachärzte gegenüber Politik, Selbstverwaltung und anderen freien Verbänden auf Bundes- und Landesebene aus. 

Dabei repräsentiert der SpiFa mit seinen 36 ordentlichen und assoziierten Mitgliedsverbänden über 160.000 Fachärztinnen und Fachärzte in der Grundversorgung sowie der spezialisierten und hochspezialisierten Versorgung, die in einer Praxis, einem Medizinischen Versorgungszentrum, einem Krankenhaus oder in der Hochschulmedizin tätig sind. 

Seit Februar 2022 ist der SpiFa entsprechend im Lobbyregister für die Interessenvertretung gegenüber dem Deutschen Bundestag und der Bundesregierung eingetragen. 

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Herausgeber (V.i.S.d.P.): 
Dr. med. Dirk Heinrich, Dr. med. Helmut Weinhart, Prof. Dr. med. Hermann Helmberger, Dr. med. Petra Bubel, Dr. med. Norbert Smetak, Jan Henniger, Markus Haist (kooptiert), Dr. med. Anna-Katharina Doepfer (kooptiert) 

Hauptgeschäftsführer: Dr. iur. André Byrla 

Pressekontakt: 
Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. 
Robert-Koch-Platz 9, 10115 Berlin 

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